12. November 2019

Backintime – Professionelles Backup unter Linux

Informationen

In den letzten Tagen kam wieder ein großes Update für Microsoft Windows – bei manchen Nutzern löschte dieses auf Grund eines Fehlers Dateien aus dem Verzeichnis Dokumente. Backups können die Folgen solcher Probleme minimieren.

Dateien können aus verschiedenen Gründen verloren gehen, durch Fehler des Betriebssystems, durch Fehler des Nutzers – etwa dem Löschen von Dateien die man eigentlich noch benötigt, durch einen Stromausfall, kaputte Hardware wie etwa eine defekte Festplatte, …

Es gibt verschiedene Methoden dem Verlust von Daten vorzubeugen, im Grunde genommen handelt es sich immer um ein Backup – so etwa das Speichern von Daten in der Cloud, das manuelle Speichern von Daten auf einem externen Medium wie einer externen Festplatte oder einem USB-Stick, einem Backup-Server im eigenen LAN und so weiter und so fort.

Manchmal vergisst man jedoch auf eine solche Sicherung – hier helfen automatische Sicherungen. Eine äußerst effiziente Software unter Linux für solche Dinge ist nun Backintime und diese werden wir in diesem Beitrag näher kennen lernen.

Backintime sichert inkrementell, dies bedeutet wurde ein Schnappschuss erst einmal erstellt werden bei einer erneuten Sicherung nur veränderte und neu hinzu gekommene Verzeichnisse / Dateien gesichert, äußerst effizient und schnell.

Backintime installieren

Unter auf Debian basierenden Systemen wie Ubuntu, Kubuntu, Linux Mint und so weiter installieren Sie die Software ganz einfach über die Paket-Verwaltung durch das Paket “backintime-qt“.

Backintime nutzen

Nach der Installation finden Sie die Software im Anwendungsmenü im Bereich System, alternativ nutzen Sie wie üblich den Schnellstarter (Alt + F2) oder das Terminal mit dem Befehl:

backintime

Beim ersten Start such die Software nach einer bereits vorhandenen Konfiguration:

Backintime – Professionelles Backup unter Linux – Erste Konfiguration

Gibt es eine solche noch nicht klicken Sie auf den Schalter “Abbrechen” und die eigentliche Software öffnet sich:

Backintime – Professionelles Backup unter Linux – Erste Konfiguration

Auf dem Reiter “Allgemein” legen wir uns als erstes den Ort des Backups an – dies geschieht gleich in der Mitte des Fensters mit der Option “Speicherort für Schnappschüsse“, damit legen wir das Verzeichnis fest – genau darüber findet sich die Option “Modus“, mit Lokal speichern Sie Backups direkt auf dem lokalen Rechner (dies ist natürlich nicht unbedingt vorteilhaft) aber auch etwa auf externen Medien wie externe Festplatten oder USB-Sticks, mit SSH können Sie auf Rechner im eigenen Netzwerk oder auch auf solche im Internet zugreifen. Hier die entsprechenden Optionen für eine SSH-Sicherung:

Backintime – Professionelles Backup unter Linux – Erste Konfiguration – Sicherung über SSH

Unter der Option “Zeitplan” legen Sie das Intervall des Backups fest:

Backintime – einfache und professionelle Backups unter Linux – Intervall fest legen

Auf den Reitern “Einbeziehen” und “Ausschließen” (die Software gibt selbst schon intelligente Dateien an die ausgeschlossen werden, dies sind etwa Thumbs, also kleine Vorschaubilder von Bildern, Backup-Dateien von veränderten Konfigurationen, …, diese können Sie belassen wie sie sind) geben Sie Dateien und Verzeichnisse an die gesichert werden sollen – beziehungsweise schließen Sie solche aus:

Backintime – einfache und professionelle Backups unter Linux – Verzeichnisse einbeziehen und ausschließen

Hier geben Sie ganz einfach alle einzelnen Dateien und Verzeichnisse an die Sie sichern oder ausschließen wollen. Der Reiter “Automatisch entfernen” ist ein wenig gefährlich:

Backintime – einfache und professionelle Backups unter Linux – Snapshots automatisch löschen

Hier legen Sie fest welche Schnappschüsse Sie automatisch löschen lassen, die Optionen sind zwar sehr gut beschrieben – aber man sollte unbedingt nach lesen und genau nach denken ob man die Option wirklich benötig und wenn dann wie alt solche Schnappschüsse sein sollten bevor sie gelöscht werden. Es folgt der Reiter “Optionen“, auf diesem legen Sie fest ob Sie bei einem Backup benachrichtigt werden wollen oder ob ein solches auch auf einem Notebook durchgeführt werden wenn man nicht am Netzstrom hängt.

Backintime – einfache und professionelle Backups unter Linux – Optionen

Auf dem Reiter “Optionen für Experten” sollte man wirklich nur dann Einstellungen vor nehmen wenn man auch weis was man tut, diese Optionen sind für den normalen Nutzer meist auch nicht sonderlich interessant:

Backintime – einfache und professionelle Backups unter Linux – Experten-Modus

Ein Klick auf den Schalter “OK” und die Einstellungen wurden gespeichert, man findet sich im Hauptfenster der Software wieder:

Backintime – einfache und professionelle Backups unter Linux

Hier können Sie nun wenn gewünscht manuell ein erstes Backup erstellen, dazu dient der Schalter “Schnappschuss erstellen” oder die Software einfach schließen und sie nach Ihren Einstellungen automatisch arbeiten lassen. Hier wurde beispielsweise bereits ein erster Schnappschuss erstellt – in der Liste ganz links:

Backintime – einfache und professionelle Backups unter Linux – Backup wieder herstellen

Markieren Sie einen solchen nutzen Sie das Menü “Schnappschuss Entfernen” wird dieser manuell gelöscht, mittels “Wiederherstellen / Wiederherstellen” wird die Sicherung wieder an ihren ursprünglichen Ort zurück gespielt. Auch können Sie einzelne Dateien oder Verzeichnisse wieder herstellen, dazu markieren Sie den Schnappschuss und in der Mitte das gewünschte Verzeichnis und nun ganz rechts das Verzeichnis oder die Datei und klicken dieses rechts an:

Backintime – einfache und professionelle Backups unter Linux – Dateien / Verzeichnisse wieder herstellen

Damit ein Backup auf einem anderen oder neuen Rechner perfekt und sinnvoll funktioniert gilt es dort den gleichen Nutzer anzulegen mit dem selben Nutzer-Namen und Passwörtern. Wichtig ist das für die Wiederherstellung auf einem neuen Rechner auch die Sicherung der Einstellungen als erstes überspielt wird – diese findet sich für den aktuellen Nutzer in seinem Home-Verzeichnis im versteckten Verzeichnis “.config/backintime/config“, finden sich am System mehrere Nutzer kann man deren Home-Verzeichnisse oder das komplette System ganz einfach sichern indem man die Software als Administrator startet, in diesem Fall findet sich die Konfigurationsdatei unter “/etc/backintime/config“.

Einzelne Dateien oder Verzeichnisse lassen sich auch manuell ohne Backintime wieder herstellen – wenn Sie diese nicht verschlüsselt haben, Sie öffnen einfach das Verzeichnis mit den Sicherungen von Backintime, klicken Sie sich ganz einfach durch die Verzeichnis-Hierarchie, hier werden Backups nach Datum in dem entsprechend benannten Verzeichnissen gespeichert, Sie können die Dateien nun einfach heraus kopieren:

Backintime – einfache und professionelle Backups unter Linux – Gesicherte Dateien wenn nicht verschlüsselt

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Robert Goedl

Linux-User seit dem Jahr 2000, Debian ist die von mir genutzte Distribution (Sid Unstable) Lebe in Graz, der Hauptstadt der Steiermark in Österreich

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4 Gedanken zu “Backintime – Professionelles Backup unter Linux

  1. Hallo Robert,
    ich nutze backintime auch, sowohl für die Home Partition als auch für die Partitionen Boot und Root

    # /dev/sda1: PARTUUID=”6ca70db2-36a2-4f5d-b597-c3561dc5eddf”
    # /dev/sda2: LABEL=”Root” UUID=”70e126dc-7b97-475d-b56e-4fe3a61a4d24″ TYPE=”ext4″ PARTUUID=”44765eb9-db77-4176-8bc9-fe2b2c94d35c”
    # /dev/sda3: LABEL=”Swap” UUID=”2b1ee9a9-68e9-49e8-9c20-1476ded9d983″ TYPE=”swap” PARTUUID=”e1e037c4-b7f5-4782-9499-f6bcb18414b6″
    # /dev/sda4: LABEL=”Home” UUID=”4db80915-d4e0-4044-a284-c3080a3a34a2″ TYPE=”ext4″ PARTUUID=”6439be71-168d-4f25-b225-dd2990889504″

    Auch habe ich schon seit Jahren luckybackup in Nutzung. Dabei aber nur für die Home Partition.

    Eine weitere Sicherung der Festplatte mit Verzeichniss /Root/ und mit Verzeichnis /Home/ lege ich über sftp auf einen Dienst 1&1 an.

    Und vor 3 Monaten habe ich in meinem Tuxedo Laptop eine zweite baugleiche WD 1TiB verbaut. Daher kam ich in den Monaten auf immer andere Ideen was ich mit dieser Möglichkeit vorteilhaft und sinnvoll machen kann.

    Als erstes habe ich das Partitionsschema von der ersten Platte nach gemacht:
    /boot
    /swap
    /root
    /home

    Ebenfalls dort openSuSe tumbleweed mit XFCE installiert. Ich durchdachte mir die sinnvolle Möglichkeit, von einem bootfähigem zweiten System, im versagen des hochfahrens der ersten Platte, so bessere Korrekturen vornehmen zu können. Und wenn es nur das Internet ist.

    Und dies konnte ich bisher auch gut einsetzen, und fand immer wieder in Foren und Webbeiträgen Hilfe das System zu reparieren.

    Daher, kann ich dir meine Normalnutzer Erfahrungen gerne mitteilen, da dies ja auch Sinn dieser tollen Webseite ist.

    Ich konnte / mußte auch von den 5 Ordnern der Root Partition /boot /etc, /root, /opt, /usr/lib/keepass im Wiederherstellungs Aufruf 4 mal zurück spielen, und machte dabei auch Erfahrungen, mit backintime, angenehme und weniger angenehme. Ohne Fleiß kein Lachen.

    Zusatzfrage:
    Wie kann ich das Bild von gravatar in mein Profil auf deiner Seite hochladen? Ich habe einfach keinen Weg in mir vernommen. Herzlichen Dank für deine Hilfe im voraus bezahlt.

    sven –> ashamp

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