11. Dezember 2019

top – Prozess-Monitor auf dem Terminal unter Linux

Informationen:

Die Software top ist eine der ältesten und am meisten genutzten – es handelt sich dabei um einen Prozess-Monitor den man ausschließlich auf dem Terminal nutzt, er bietet viele Informationen – in diesem Beitrag werden wir mehr darüber erfahren.

top installieren

Die Software top ist schon automatisch durch das Paket “core-utils” über die Paket-Verwaltung installiert.

top nutzen

Wie schon beschrieben handelt es sich bei der Software um einen Prozess-Monitor für das Terminal, von diesem aus wird er gestartet und auch genutzt, eine grafische Oberfläche gibt es nicht. Gestartet wird dieser einfach durch den Befehl:

top
top – Prozess-Monitor für das Terminal unter Linux

Die Ausgabe wird standardmäßig alle fünf Sekunden aktualsiert, die erste Zeile:

top - 17:03:15 up 11:20,  4 users,  load average: 0,83, 0,66, 0,62

zeigt uns erst einmal die aktuelle Uhrzeit, anschließend folgt die Zeit wie lange der Rechner aktuell ohne Neustart läuft “up“. Weiter folgt die Anzahl der aktuell eingeloggten Nutzer “users“(auch virtuelle) und zuletzt folgt die Last mit der die CPU “load average” zur Zeit zu kämpfen hat – und zwar der Reihe nach in der letzten Minute, in den letzten fünf und fünfzehn Minuten – geteilt wird diese Last in Prozent durch die Anzahl der CPU-Kerne.

Tasks: 285 total,   1 running, 284 sleeping,   0 stopped,   0 zombie

Die zweite Zeile zeigt uns alle gestarteten Prozesse “total” und die aktuell laufenden “running“, aktuell zwar gestartete aber schlafende Prozesse “sleeping” und keine Prozesse die aktuell unterbrochen wurden “stopped“, in diesem Beispiel gibt es auch keine Prozesse die nicht wie es eigentlich sein sollte beendet wurden “zombie” – bei wenigen Zombies stellt sich kein Problem dar, sind dies jedoch viele können diese schon umsonst Arbeitsspeicher belegen.

%Cpu(s):  6,9 us,  3,5 sy,  0,0 ni, 89,7 id,  0,0 wa,  0,0 hi,  0,0 si,  0,0 st

Die dritte Zeile wiederum zeigt uns die Auslastung der CPU aufgeteilt (in Prozent) zwischen den einzelnen Nutzern an – wie schon beschrieben können dies auch virtuelle Nutzer sein, die verschiedenen Angaben zeigen uns folgende Informationen:

EintragBeschreibung
usVom Nutzer gestartete Prozesse mit normaler Priorität
syVom Kernel genutzte CPU-Zeit
niVom Nutzer gestartete Prozesse mit niedriger Priorität
idIdle-Modus, ist der Wert hoch ist die System-Auslastung niedrig und umgekehrt
waDie Anzahl der Prozesse die auf CPU-Zeit warten
hiHardware-Interrupts
siSoftware-Interrupts
stAnteil der Last von virtuellen Maschinen
MiB Mem :   7831,4 total,    429,9 free,   2824,6 used,   4577,0 buff/cache
MiB Swap:   8386,0 total,   8329,3 free,     56,8 used.   4447,7 avail Mem

Vierte und fünfte Zeile zeigen uns vorhandenen “total“, freien “free” und genutzten “used” sowie im Cache liegenden Speicher von Arbeitsspeicher und SWAP (Auslagerungsspeicher).

 5393 robertg   20   0 3563592 343696 156328 S  14,6   4,3  66:58.93 plasmashell
 2130 robertg   20   0 2991948 377452 138280 S   6,6   4,7  36:32.89 Web Content
31799 robertg   20   0 3804540 486320 146848 S   6,0   6,1  55:49.40 firefox
 1686 root      20   0  413440 134544  95872 S   5,3   1,7  20:56.71 Xorg

Nun folgen in den Zeilen danach die jeweils am meisten CPU-Zeit benötigenden Prozesse mit den jeweiligen Informationen:

EintragBeschreibung
PID:Die Prozess-ID des Prozesses
USER:Der Nutzer der den Prozess gestartet hat
PR:Die Priorität des laufenden Prozesses
NI:Der Nice-Wert
VIRT:Genutzter virtueller Arbeitsspeicher
RES:Der real genutzte Arbeitsspeicher
SHR:Geteilter Arbeitsspeicher
S:Der Status des Prozesses
%CPUDer Anteil an der gesamten Nutzung der CPU
%MEM:Der Anteil an genutztem Arbeitsspeicher
TIME+:Die genutzte CPU-Rechenzeit
COMMAND:Der dem Prozess zugehörige Befehl

Bisher haben wir uns mit dem zufrieden gegeben was uns top standardmäßig bietet, mit der Taste “t” können wir uns die zweite und dritte Zeile anders dar stellen lassen – somit werden deren Infos grafisch anders dar gestellt oder gar nicht, einfach so oft drücken bis die gewünschte Darstellung vorhanden ist. Mit der Taste “m” die selbe Geschichte für die vierte und fünfte Zeile. Mit “A” wiederum werden uns die Prozesse anhand ihre Verbrauches an Ressourcen sortiert:

top – Prozess-Monitor für das Terminal unter Linux

Mit der Taste “f” lässt sich ändern welche Informationen Sie zusätzlich angezeigt bekommen wollen:

top – Prozess-Monitor für das Terminal unter Linux

Mit den Pfeil-Tasten markieren Sie einen Eintrag, mit der Leertaste setzen Sie ein Sternchen – damit wird die Information angezeigt, auf die selbe Weise lassen sich nicht benötigte Informationen entfernen, mittels Esc kommen Sie wieder zurück auf den Monitor. Mit “o” wiederum lässt sich die Liste nach Filtern ordnen.

top kann nicht nur Prozesse anzeigen sondern auch direkt beenden, dazu drücken Sie einfach die Taste “k“, nun friert top die Ausgabe ein und fordert Sie auf die PID des Prozesses anzugeben, Sie geben diese an und bestätigen mit der Eingabe-Taste, nun geben Sie das gewünschte Kill-Signal an und bestätigen wieder – standardmäßig wir das Signal “15” genutzt – beenden ohne Nachfrage.

Mit der Taste “r” (renice) können Sie die Priorität der laufenden Prozesse ändern, dies können Sie natürlich nur mit von Ihnen gestarteten Prozessen tun, “-20” ist höchste Priorität – mit dieser läuft der Kernel, kein anderer Prozess darf auf der selben Priorität laufen wie der Kernel ansonsten steht das System, “19” die niedrigste, als einfacher Nutzer können Sie keine höhere Priorität als 10 setzen.

42 total views, 1 views today

Creative Commons License Attribution-NonCommercial-ShareAlikeRepublish
Avatar

Robert Goedl

Linux-User seit dem Jahr 2000, Debian ist die von mir genutzte Distribution (Sid Unstable) Lebe in Graz, der Hauptstadt der Steiermark in Österreich

Alle Beiträge ansehen von Robert Goedl →

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

×

Weitergabe und Weiterverbreitung

Sie möchten Inhalt der Linux Bibel auf Ihrer Webseite weiter verbreiten oder in anderer Hinsicht veröffentlichen - dies ist möglich, es gilt jedoch die bestehende Lizenz der Inhalte der Linux Bibel zu beachten.

Sie haben weitere Fragen robert.goedl76@gmail.com

License

Creative Commons License Attribution-NonCommercial-ShareAlikeCreative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike
top – Prozess-Monitor auf dem Terminal unter Linux