26. Januar 2020

Die Vorteile von Linux

Informationen:

Was macht der Microsoft-Nutzer wenn ein Update spinnt und das System überhaupt nicht mehr startet? Mit etwas Glück schafft es die System-Routine das fehlerhafte Update wieder zu entfernen, mit etwas Hoffnung kommt später ein Update mit dem wieder alles funktioniert, wenn nicht?

Bei mir, ich nutze Debian Sid (Siduction, also Debian Unstable, so gesehen Software die noch nicht einmal in Debian Testing, Bullseye ist), ich hatte Probleme mit den letzten beiden Kernel-Updates, 5.4.6-towo-2 startete überhaupt nicht, 5.4.6-towo-3 krampfte beim Start von AppArmor, kam also nie zum Login (diese Probleme werden Nutzer vom offiziellen Debian (also Stable nie haben) – also was macht der Nutzer von Linux, warten bis zum nächsten Kernel-Update (ein älterer Kernel bleibt unter Sid automatisch installiert um bei solchen Fällen ein funktionsfähiges System zu haben)? Ein Problem war das ich vielleicht sogar der Einzige mit diesem Problem war (unter Siduction verbindet man sich mal schnell per IRC-Chat mit dem Entwickler und weiteren Nutzern), nein, ich warte nicht, ich ziehe mir mal schnelle die Quellen des Linux-Kernels von Kernel.org und kompiliere diesen nach meiner eigenen Anleitung selbst – perfekt, funktioniert, derweil andere selbst unter Siduction noch mit Kernel 5.4.6-towo-3 herum krebsen läuft bei mit die Entwickler-Version 5.5-rc3:

Aktueller Kernel unter Debian (man kann auch auf die Bilder klicken um sie vergrößert anzuzeigen)

Insgesamt drei Minuten Arbeit, also nötige Pakete herunter laden und installieren lassen über die Paket-Verwaltung, und knapp 20 Minuten im Internet surfen während das System den Kernel kompiliert.


Gerade in den letzten Jahren – nehmen wir einmal das letzte Jahrzehnt – ist Linux immer mehr benutzerfreundlich geworden, wenn man sich so manche Distributionen ansieht – freundlicher für den Nutzer als Microsoft Windows.

Hier sieht man dann auch das sich in den letzten Jahren immer mehr Ämter und andere Organisationen für Linux entschieden haben, diese Migration absolut gut ging und weniger kosteten als ständig neue Windows-Lizenzen zu kaufen – und trotzdem kehrte etwa München (das größte Linux-Projekt) wieder zurück zu Microsoft – angeblich wegen zu hoher Kosten für Schulung der Mitarbeiter und fehlender Software (trotzdem ging es Jahre ohne diese fehlende Software), der Umzug aus der Region in die Stadt München der Deutschland-Zentrale von Microsoft hat natürlich absolut nichts damit zu tun wie man hervor hebt.

Ein weiteres Projekt gab es in Niedersachsen, die dortigen Finanzämter beginnen 2019 mit der Migration von Linux zu Windows – dies soll alleine im ersten Jahr etwa 6 Millionen Euro kosten (das dortige Finanzamt hat jedoch noch nicht einmal Informationen darüber, siehe Heise.de – ich empfehle es zu lesen), dazu muss man sagen das es sich dabei um keine Rück-Migration handelt – die dortigen Finanzämter hatten seit ihrem Bestehen noch nie Windows auf ihren Rechnern. Etwa 1990 als die niedersächsischen Finanzämter ihre ersten Rechner bekamen arbeiteten diese mit Solaris – einem UNIX-Derivat, 2005 (Solaris war inzwischen einfach zu alt) wurde auf Linux (SuSE Linux) umgestellt – die Wartung kostete weniger als die von Windows (denn die Systeme wurden zentral gewartet), Software für Windows war dort nie im Gespräch, eigene Software wurde in Java geschrieben (und solche funktioniert auf jedem Betriebssystem) – jetzt soll auf Windows umgestiegen werden …

Vorteile von Linux

Freie Software / Open Source

Linux ist freie Software, die Quellen liegen offen. Die meiste Software die auf Linux läuft ist dies ebenfalls, dies bedeutet wenn man bestehende Software anpassen möchte ist dies problemlos möglich – also etwa nicht vorhandene Funktionen hinzu fügen oder ändern. Auch ist es möglich etwa Fehler in der Software zu finden – unter Microsoft oder sonstiger proprietärer Software ist dies einfachen Nutzern – auch wenn diese etwa Programmierer sind – nicht so einfach möglich, hier finden etwa eher bösartige Hacker solche Lücken in System und Software und nutzen diese dann aus.

Natürlich ist es auch unter Linux möglich das Lücken über Jahre bestehen – auch wenn die Quellen offen liegen – aber gefunden werden solche dann eher von Nutzern und Organisationen.

Freie Software ist also von jedem Programmierer anpassbar.

Kostenlos

Zum größten Teil – bis auf wenige Distributionen wie etwa Red Hat oder SuSE Linux Enterprice Server ist Linux und die komplette darauf laufende Software kostenlos, es gibt keine Beschränkungen – wie etwa kostenlose Virenscanner unter Windows die man in Firmen durch die Lizenz eigentlich gar nicht nutzen darf. Bei freier Software darf man solche egal wo immer, privat, in der Firma im kommerziellen Einsatz, in der Schule, in Ämtern – einfach überall kostenlos ohne Einschränkungen nutzen.

Natürlich gibt es auch unter Linux proprietäre Software und man kann solche nutzen, ein Beispiel ist etwa Google Chrome oder früher der Adobe Reader. Jede Software die man auf Linux portiert kann man dort auch nutzen – hier natürlich mit den jeweiligen Einschränkungen die die jeweilige Lizenz vorschreibt.

Im Kommerziellen Einsatz von Linux – etwa eben in Firmen oder Ämtern hat man also in Dingen Betriebssystem wenn man keine kommerzielle Distribution nutzt (also etwa eine der genannten) mit keinen Lizenz-Kosten zu rechnen egal auf wie vielen Rechnern das oder die Systeme installiert werden, mögliche Kosten fallen allenfalls in Dinge wie Schulungen für Mitarbeiter an.

Wartung

Eine Linux-Distribution ist viel einfacher zu warten, also etwa auf dem aktuellen Stand zu halten als Microsoft Windows. Per SSH verbinde ich mich wenn gewünscht auf einen Schlag mit 200 Rechnern über das Internet von zu Hause und startet die Aktualisierung, dies kann man wenn gewünscht auch problemlos per Script automatisieren. Wenn ich eine bestimmte Software absolut nicht aktualisieren will dann nehme ich diese einfach von der Aktualisierung aus.

Dies ist auch ein großer Vorteil der vereinheitlichten Aktualisierung von Linux, hier installiert man sich zum größten Teil Software nicht aus dem Internet – also indem man Webseiten abklappert und Software sucht sondern über die integrierte Paket-Verwaltung (hier etwa die von auf Debian basierenden Systemen), man bezieht diese aus den Repositorys der jeweiligen Distribution.

Statt eigene große Applikationen zu schreiben schreibe ich ein einfaches Script und lasse dieses als Administrator vom System automatisch ausführen.

Sicherheit

Wie schon beschrieben ist Linux und die meiste darauf laufende Software freie Software, die Quellen liegen offen und man kann Fehler / Lücken darin selbst finden (etwas vom Programmieren muss man natürlich schon verstehen) und diese auch selbst ausbessern oder die Entwickler verständigen.

Ein weiterer Vorteil ist die Paket-Verwaltung die die Aktualisierung der kompletten Software, des kompletten Systems vor nimmt, ebenso wird über diese Software installiert. Bis auf wenige Software die man sich von anderen Anbietern sucht (aber selbst solche trägt sich meist ebenfalls automatisch in die Paket-Verwaltung ein) wird also jede installierte Software per System-Update aktualisiert, eigene langwierige Suche nach Updates sind so gesehen unnötig.

Eben auf Grund der freien Software werden Fehler und Lücken schneller und öfter gefunden, die meisten Linux-Distributionen bessern solche Fehler innerhalb von Stunden aus und liefern auch gleich die Updates aus – nicht wie etwa Microsoft oft erst am so genannten Patch-Day (erster Dienstag im Monat). So geschehen etwa beim kritischen APT-Fehler bei Debian im Januar 2019, der Fehler wurde gemeldet und am selben Tag wurde der Fehler ausgebessert und das Update ausgeliefert.

Stabilität

Ich selbst rette hin und wieder Daten von Windows-Rechnern, von privaten oder auch in Firmen – dies kostet natürlich einen recht hohen Obolus an mich. Gerade vor ein paar Monaten löschte Windows beim Update von vielen Nutzer Dateien aus dem Dokumente-Ordner wenn diese nicht zusätzlich auf OneDrive gespeichert waren. Die Wiederherstellung war in vielen Fällen durch eine Datenrettung möglich, kostet aber eben auch dementsprechend, manchmal war dies auch nur teilweise oder gar nicht möglich weil entsprechende Daten schon überschrieben wurden – kostet dann natürlich trotzdem.

Bei einem Update von Debian, etc kann dies gar nicht passieren weil das System private Dateien gar nicht angreift, was hat das System damit auch zu tun?

Wenn ich meine Rechner starte erwarte ich von diesen das diese so lange laufen bis ich sie nicht mehr brauche, wenn mir das System irgendwann zu langsam wird weil einfach der Speicher und der virtuelle Speicher voll ist bekomme ich Krämpfe, ein System hat so lange stabil zu laufen wie ich es brauche und egal was ich starte. Mein Raspberry Pi hat gerade einmal ein Gigabyte RAM Hauptspeicher – dieser übernimmt bei mir zu Hause den Media-Server und die Heim-Automation (Heizung, Klimaanlage, Steuerung der Rollläden an den Fenstern je nach Licht-Einfall, etc), dieser läuft je nach Updates auch mal drei Monate ohne das er neu gestartet werden muss. Bei einem Hochverfügbarkeitsserver in einer Firma oder einem Amt hat das System auch mal ein Jahr ohne Neustart zu laufen (da werden Updates des Kernels oder Software eben im laufenden System eingespielt – ohne Neustart – bei einem Windows-System absolut unmöglich.

Einen Desktop neu zu starten weil etwas nicht funktioniert geht schon dem privaten Nutzer auf die Nerven, aber in der Firma kostet dies einfach nur Zeit und Geld, etwas an das man unter Linux eigentlich gar nicht denken braucht.

Viren & andere Schadsoftware

Auch wenn es manche auf die Geringe Verbreitung von Linux abtun, Schadsoftware aller Art ist unter Linux kaum vorhanden – meist nur experimentell. Es ist einfach so das die Techniken der Sicherheit unter Linux um vieles tiefer gehen als unter Windows, Dateien die man aus dem Internet herunter lädt sind nicht automatisch ausführbar wie etwa EXE-Dateien. Der normale Nutzer hat mit dem System nichts zu tun, und unter Linux ist jede Aktion absolut nachvollziehbar.

Sicherlich hat auch die geringere Verbreitung von Linux damit zu tun – aber im großen und ganzen sind es die vielen kleinen Dinge die es der Verbreitung von Schadsoftware unter Linux das Leben schwer machen, jede Distribution ist etwas anders aufgebaut, …

Selbst Virenscanner die man unter Linux nutzen kann suchen nur nach Schadsoftware für Windows weil es solche für Linux nicht mehr gibt. Einen solchen nutzt man unter Linux allerhöchstens dann wenn Linux den Server für Windows spielt, ansonsten aktuell einfach sinnlos.

Geschwindigkeit

Linux war bis zu Windows 10 meist immer schneller beim Starten des Systems, mit Windows 10 hat Microsoft aufgeholt und war schneller als Linux – dies aber auch nur aus dem Grund weil Windows nicht komplett herunter fährt sondern in den Speicher schreibt (startet man inzwischen ein anderes System gehen Daten verloren). Mit Systemd hat Linux wieder massiv aufgeholt – selbst mein Debian GNU/Linux mit KDE – und dieser Desktop gibt nicht nur optisch viel her sondern beinhaltet so einiges an Funktionen die man unter Windows einfach nicht findet startet heute innerhalb von 10 Sekunden und da laufen schon alle Dienste.

Auch Anwendungen der meisten Art – wenn man sie etwa mit den Pendants unter Windows vergleicht starten um einiges schneller als unter Windows. Aktionen werden schneller ausgeführt, Updates werden im Hintergrund eingespielt – mir kann es egal sein, wenn mir das System sagt das zur Finalisierung des Updates das System neu gestartet werden muss – etwa wegen eines neuen Kernels dann kann und darf ich mit dem alten weiter arbeiten weil auch dieser problemlos weiter funktioniert.

Lizenzen

Die meiste Software unter Linux – wie auch der Kernel oder das komplette Betriebssystem laufen unter der GNU/GPL, dies bedeutet das ich unter anderem das System und die Software nutzen darf wo, wann und für was ich will. Installieren Sie beispielsweise unter Windows Freeware die nichts kostet muss es nicht sein das Sie diese Software im kommerziellen Einsatz in der Firma auch ohne zu zahlen gratis nutzen dürfen – bei den meisten Virenscannern ist dies beispielsweise der Fall, oder bei IrfanView (ein beliebter Bildbetrachter unter Windows) und bei vielen anderen Anwendungen. Freie Software darf ich privat nutzen, in der Firma, in der Schule – immer und überall, für alle möglichen Zwecke.

Auch darf ich diese verändern, anpassen – diese unter einen anderem Namen veröffentlichen und sogar Geld dafür verlangen – wenn ich natürlich die Quellen der entstandenen Software wieder unter den gleichen Bedingungen frei gebe (mehr dazu unter voran gegangenen Link). Die GPL gibt dem Nutzer sehr viel mehr Rechte als jede proprietäre Lizenz.

Hier läuft nur das was ich will

Wenn ich mir so ansehe was unter Windows Netzwerk-Verbindungen laufen ohne das man zusätzliche Software installiert, ohne Wissen des Nutzers. Windows sendet Telemetrie-Daten an unzählige Microsoft-Server – ja auch dann wenn Sie diese deaktivieren – und manche dieser Server lassen sich nicht einmal eindeutig Microsoft zuweisen. Wenn man weitere Software installiert – steigt dies bis ins unermessliche, man fragt sich wozu beispielsweise wozu ein Taschenrechner (ohne Währungsrechner) alle 10 Minuten Daten in das Internet senden muss (nicht empfangen, hatte vor kurzem den Fall bei einem Kollegen unter Windows), starten Sie ganz einfach unter Windows einmal die Software Wireshark.

Unter Linux sehe ich wirklich jeden Dienst der läuft, egal ob dieser für den Nutzer / Administrator relevant ist oder nicht und ich kann diese Dienste auch unterbinden, ich kann alles was ich nicht haben will deinstallieren – wenn ich eine Software nicht brauche wird diese deinstalliert und diese kommt nicht wieder, versuchen Sie dies unter Windows einmal mit Edge (Standard-Webbrowser unter Windows) oder mit Windows-Mail. Wenn Microsoft meint das eine Software auf dem System zu sein hat müssen dann lässt sich diese auch nicht deinstallieren.

Unter Linux macht das System was ich will und nicht ich was das System will!

Offene Standards

Nutzt man freie Software nutzt man auch offene Standards, nehme ich einmal beispielsweise ein Text-Dokument von LibreOffice kann ich die Datei zerlegen – es handelt sich ganz einfach um ein komprimiertes Archiv in dem eine XML-Datei liegt die wiederum beschreibt was der Text beinhaltet, wie dieser formatiert ist. Ich kann wenn ich will eine Anwendung programmieren die mit den selben Spezifikationen arbeitet um etwa die Daten in eine Datenbank zu speichern, dies funktioniert mit offenen Standards und allen Anwendungen – versuchen Sie solche Dinge einmal Anwendungen die keine offenen Standards verwendet.

Weiteres

Dies waren noch lange nicht alle Vorteile von Linux, aber zumindest die bekanntesten.

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Robert Goedl

Linux-User seit dem Jahr 2000, Debian ist die von mir genutzte Distribution (Sid Unstable) Lebe in Graz, der Hauptstadt der Steiermark in Österreich

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2 Gedanken zu “Die Vorteile von Linux

  1. Hallo Ihr da draußen. Auch ich schaue regelmäßig hier vorbei. Robert stellt sehr gute Infos zusammen. Sein Beitrag zu den Vorteilen von Linux sollte für alle Windowsnutzer die hier mal vorbei schauen die Augen öffnen. Mein Hobby ist es für andere Linux auf ihren Rechner zu bringen, per Mail, persönlich oder sonst wie den Leuten Tipps zu geben usw. Dabei bin, weil ich immer suche um Microsoft mit seinem Windows schlecht zu machen, auf einen Artikel im Netz gestoßen. Darauf hin habe konnte ich nicht anders als das zu analysieren und meine Meinung dazu zu äußern. Ich füge mein Geschreibsel hier mal an, weil ich denke, dass es Roberts Argumente noch aus einer anderen Sicht unterstützt. Hoffe der Platz reicht aus. >>> Der Artikel ist unter folgendem Link nachzulesen: https://winfuture.de/special/windows10/faq/Windows-10-Diese-neun-Einstellungen-sollte-man-als-erstes-aendern-226.html

    Das „beste“ Betriebssystem der Welt. Oder: Haben Computer was mit mir und Politik zu tun?

    1. Grundsätzliches, bzw. wo fängt bei Windows das „Vergnügen“ an?

    Entschließt man sich als alt eingefleischter Windows Nutzer endlich auf Windows 10 umzusteigen, wird es einem vom Bezug der neuen Version her recht einfach gemacht. Entweder einen neuen Rechner kaufen, da ist es ja dann bekanntlich vorinstalliert, oder einfach aus dem Netz runter laden, die Iso- Datei auf einen Stick oder eine CD bringen und die Installation starten.

    So weit so gut. Und dann. Schauen wir uns mal im Internet bei den für Microsoft Windows wohlgesonnenen Seiten um, welche uns gerne hilfreich mit Rat und Tat zur Seite stehen.

    Hier folgen dann in neun Punkte untergliedert die Beschreibungen der Schritte die man unbedingt vor der eigentlichen Nutzung von Windows tun sollte.

    Und hier eine Passage aus dem Text, beispielsweise zu Punkt 1:

    Tipp 1: Telemetrie-Erfassung einsehen und abschalten
    Sicherheit ist und bleibt eines der großen Themen von Windows 10.

    Mit diesem Satz fängt der Artikel an. Wenn man jetzt sehr, sehr schlecht denkt, könnte man den Satz auch negativ auslegen. Was dann bedeutet, dass Microsoft es bis heute nicht geschafft hat das Thema Sicherheit erfolgreich zu bearbeiten und so wie diese Aussage suggeriert, in Zukunft es auch nicht schaffen wird ein sicheres Betriebssystem zur Verfügung zu stellen. Aber immerhin bemüht man sich. Das jedoch leider schon seit etlichen Jahren. Erfolgreich??…

    Der Artikel geht aber weiter und endet nicht beim ersten Satz, obwohl man sich allein schon darüber noch mehr auslassen könnte. >>> Zweiter Absatz zu Punkt 1:

    Der wahrscheinlich umstrittenste Punkt ist die Erfassung der Telemetrie. Diese Daten umfassen die anonymisierte Analyse des Nutzer-PCs. Damit will Microsoft Informationen sammeln, die zur Verbesserung des Betriebs­systems dienen. Mit dem Windows 10 April 2018 Update vom April 2018 kommt zwar eine simple Möglichkeit, diese über die Einstellungen einzusehen oder zu unterbinden, bis dahin muss man aber Umwege gehen und zwar über die Gruppenrichtlinien (nur auf Windows 10 Pro verfügbar) oder die Registry.
    Zitat Ende

    Welche anonymisierten Daten Microsoft sammelt, kann man in bestimmten Foren oder Blog‘s nachlesen. Obwohl auch dort niemand zu 100 % sagen kann, was Microsoft alles sammelt. Fest zu stehen scheint jedoch, dass, wenn ich mich als Nutzer z. Bsp. nicht um die vorgeschlagene Abschaltung kümmere, und in blindem Vertrauen Windows 10 nutze, weiß Microsoft mehr über meinen PC (Laptop/ Tablet, zählen auch dazu) als ich selbst (und auch über mich). Wer merkt sich schon, wo er mal was installiert, wieder deinstalliert, ausprobiert, angeschaut und letztendlich doch wieder verworfen hat. Ich denke niemand. Aber Microsoft schon. Die wenigsten wissen oder können es sich zumindest nicht vorstellen, dass Microsoft mit Hilfe der „anonymisierten Analyse des Nutzer-PCs“ ein sehr genaues Nutzerprofil erstellen kann. Ja, und die Lokalisierung, also die Standortzuordnung ist im Netz kein Problem. Je mehr Daten ich denen zur Verfügung stelle, um so genauer können mich die Algorithmen von Microsoft einordnen und „personalisierte“ für mich „passende“ Angebote beispielsweise über ihren Microsoft Store anbieten. Dass dadurch die Menschen in eine (Angebots- ) Filterblase befördert werden bekommen diese Leute schon gar nicht mehr mit. Sie wurden eben bereits über die Jahrzehnte durch Microsoft konditioniert. (vergleiche mit den Pawlowschen Hunden)

    Nein sie glauben ohne nachzudenken alles was Microsoft so von sich gibt und die „Experten“ im Netz oder in den Fachzeitschriften unterstützen das auch noch.

    Ob das Daten saugen für die Betroffenen nun als unangenehm empfunden wird oder nicht, spielt keine Rolle. Einen einzigen Einspruch gibt es jedoch: Ich sage „bei meinem PC handelt es sich um meinen PC“. Dieser soll für mich da sein. Eben um damit zu arbeiten, zu spielen oder zu kommunizieren. Wen geht es was an, welche Programme ich wofür nutze, wie lange und wo ich im Internet bin. Was ich für Musik höre, bei welchen Streamingdiensten ich angemeldet bin, welche Filme ich schaue oder falls ich elektronische Bücher / Hörbücher über den PC „lese“ geht auch dieses nur mich etwas an. Das ist das was mich ausmacht und was für mich da ist und nicht für irgend einen Fremden.

    Das Argument, dass diese Daten gesammelt werden um das Betriebssystem zu verbessern zieht hier nicht. Seit wie viel Jahrzehnten entwickelt Microsoft schon Betriebssysteme und andere Software?
    Aus meiner Sicht sollten die dort beschäftigten Leute doch Profis sein und wissen was sie tun. Zu dem gibt es (man möge mir verzeihen) so genannte Exklusivnutzer bzw. Nutzer welche die geplanten Änderungen vor der eigentlichen Veröffentlichung testen. Angeblich können diese entsprechende Rückmeldungen an Microsoft übermitteln. Also warum auch nicht Informationen über die Benutzbarkeit bestimmter Programme oder die Ergonomie des Betriebssystems überhaupt.

    Letzter Kritikpunkt zum ersten Absatz dieses Artikels:

    ..Mit dem Windows 10 April 2018 Update vom April 2018 kommt zwar eine simple Möglichkeit, diese über die Einstellungen einzusehen oder zu unterbinden, bis dahin muss man aber Umwege gehen und zwar über die Gruppenrichtlinien (nur auf Windows 10 Pro verfügbar) oder die Registry.

    >>> Mit dem Windows 10 April 2018 Update vom April 2018
    >>> (nur auf Windows 10 Pro verfügbar) oder die Registry.

    Seit wann gibt es Windows 10? 2015? Na immerhin seit 2018 April gibt es ja eine einfache Möglichkeit die Spionage über die Einstellungen zu unterbinden (nee, wohl eher nur einzuschränken). Vorher war das leider komplizierter und auch nur für Nutzer der Pro- Version verfügbar. O.k. machen wir es über die Registry, kann ja auch jeder. Vor allem bei diesem chaotischen, unlogischen Durcheinander in diesem Sytem.

    Alleine dem Nutzer so etwas selbst abzuverlangen sagt schon mehr als genug über die Einstellung von Microsoft zu seinen Nutzern aus. Es interessiert sie nicht im Ansatz, ob die Menschen was gegen die Spionage haben oder nicht. Im Sinne des zu erzielenden und stetig zu erhöhenden Konzerngewinnes wird hier möglichst keine Gelegenheit gegeben um den Datenstrom zu unterbinden. Ich würde, wenn ich diesen unausgegorenen Mist nutzen müsste, das als Diskriminierung empfinden. Microsoft ignoriert absichtlich meine und die Meinung seiner Nutzer und versucht mit faulen Tricks doch an die Daten zu kommen, welche dann wie gesagt bares Geld wert sind.

    Den Pro- Nutzern hat man selbstverständlich eine Möglichkeit gegeben um die Spionage einzudämmen. Den einfachen Nutzern eben nicht. Was für eine Blasphemie! Die einen sind eben die Elite und die anderen das blöde Fußvolk.

    Es kommt aber noch besser. Doch wie gesagt und nur zur Erinnerung, Wir sind immer noch bei Punkt 1 von 9.:

    Über die Einstellungen (ab Windows 10 April 2018 Update)
    In den Windows-Einstellungen ist (ab Version 1803) bei Datenschutz der Punkt “Diagnose und Feedback” zu finden, dort gibt es dann die Diagnosedatenanzeige, diese lässt sich hier aktivieren:

    hier folgt ein Bild von einem Menüfenster, geht hier ja nicht rein.
    Diese verrät, welche Daten das Betriebssystem gerade sammelt, das erfolgt über eine separate Anwendung namens Diagnostic Data Viewer. Das ist zwar transparent, für den Normalsterblichen aber eher langweilig und kompliziert.
    Zitat Ende

    Was macht denn nun die Diagnosedatenanzeige? Zeigt sie an wie mein Rechner für mich arbeitet? Zeigt sie mir diese Daten an oder wem überhaupt? Was sind Diagnosedaten? Wenn ich aus diesem Internetartikel nicht schlussfolgern könnte, dass es hier um die Abschaltung der Daten gehen soll, welche an Microsoft übermittelt werden, wüsste ich nichts mit der Aussage anzufangen.

    Die Information, dass die Datenanzeige bis zu 1 GB Festplattenspeicher in Anspruch nehmen kann ist aus meiner Sicht bei dem ernsten Thema der Datenüberwachung eine völlig überflüssige Information. So erweckt man aber den Eindruck es gut mit seinen Nutzern zu meinen. Dass 1 GB Festplattenspeicher heutzutage aber kaum noch jemand interessiert, Speicher gibt es in Hülle und Fülle, verschweigen die Kollegen von Microsoft.
    Trotzdem zeigt sich an diesem Hinweis, dass es Microsoft immer noch nicht geschafft hat Platten- oder Arbeitsspeicher sinnvoll und effizient zu nutzen. Nein man klotzt immer noch mit Speicher- und Ressourcenverbrauch und das ganze so lange, bis die eingefleischten Windowssianer sich endlich einen neuen, besseren Rechner anschaffen müssen da die alte Hardware es einfach nicht mehr packt. Zumindest hält man so (künstlich) die Wirtschaft am laufen.

    >>> Das ist zwar transparent, für den Normalsterblichen aber eher langweilig und kompliziert <<<
    Zitat Ende
    Wie kommt eine angeblich fachlich versierte Internetredaktion dazu mit diesem Satz dem „Normalsterblichen“ die ganze Aktion wieder auszureden. Werden diese Leute von Microsoft bezahlt?

    Im Anschluss folgen noch weitere ausfühliche Beschreibungen wie man die Spionage "abstellen" kann. Mein Kommentar:

    O.k. egal wie auch immer, im Artikel geht munter so weiter. Die nachfolgenden Punkte der Zusammenstellung wurden hier noch gar nicht angesprochen.

    Letztendlich wird einem am Ende dieser „Odyssee“ die wahrscheinlich einfachste Lösung empfohlen: Schließlich kann man auch noch zu einem externen Tool greifen, das einem die Arbeit abnimmt, hier ist vor allem W10Privacy zu empfehlen. Den Download findet ihr hier: W10Privacy – Mehr Datenschutz für Windows 10
    Zitat Ende
    Wobei man in diversen Artikeln, auch und vor allem von Fachredaktionen oder auch Veröffentlichungen verschiedener Datenschutzeinrichtungen, nachlesen kann, dass man mit all diesen Maßnahmen nichts endgültiges erreicht. Egal was man tut, Microsoft behält sich das Recht vor weiterhin im Hintergrund Daten zu ziehen. Welche das dann genau sind weiß niemand. Zumindest nicht von uns normalen Computernutzern. Nachzulesen unter:

    https://www.datenschutzbeauftragter-info.de/windows-10-und-der-datenschutz/

    Sucht man mit den entsprechenden Stichwörtern findet man noch etliche weitere Artikel zum Thema Datenschutz, Datensammelwut von Konzernen, Selbstdatenschutz usw.

    Wieso eigentlich Selbstdatenschutz?…

    In früheren Zeiten hat man, zumindest in einem Teil Deutschlands, versucht sich vor der Überwachung und Kontrolle einer gewissen Einrichtung zu schützen. Jeder der in diesem damaligen Staat etwas auf sich und seine Persönlichkeit hielt, der für sich in Anspruch nahm selbständig denken zu wollen (und zu können), eigene Vorstellungen vom Leben und seiner Meinung dazu zu haben, hatte etwas gegen die verdeckte Überwachung durch diese Institution.

    Diese Datensammler (denn im Prinzip waren sie nichts anderes) wollten Dinge von uns wissen, die sie zu ihrem Vorteil ausnutzen konnten. Entweder um Personen außer Gefecht zu setzen, sie zu erpressen und letztendlich dazu zu zwingen sich dem System unterzuordnen und das eigene freie Denken und die individuelle Persönlichkeit aufzugeben.

    Wenn man es sich richtig überlegt, ist die Datensammelei von Microsoft und auch von den anderen üblichen Verdächtigen nichts anderes als das was damals die Stasi gemacht hat. Der Zweck unterscheidet sich nur unwesentlich. Damals politisch motiviert um alte verknöcherte Parteieliten an der Macht zu halten und heute dazu da maximalen Profit für einen durch und durch kapitalistischen Großkonzern zu ermöglichen. Und? Die Frage ist: Wer hatte früher einen Vorteil der Überwachung und Datensammlung und wer ist es heute? Es sind auf keinen Fall die „kleinen“ Leute. Nur dass das was heute passiert die Menschen durch eine schleichende Manipulation langsam aber sicher dahin bringt folgsames „Vieh“ (andere nennen es auch „Verbraucher“, diplomatisch: „Konsumenten“) für ebendiese Konzerne zu werden. Möglichst ungefragt zu verbrauchen, zu konsumieren, oder wie hier im Fall der großen IT- Konzerne sämtliche kostenfrei angebotenen Services zu nutzen, das ist das Ziel der Anbieter.

    Was für jemanden wie mich, der in einem repressiven Staat aufgewachsen ist, immer frei sein wollte, sich nie mit den Diktaten der Machthaber einverstanden erklären konnte, also jemand der irgendwie Wert auf seine eigene Persönlichkeit gelegt hat, nicht nachvollziehbar ist, ist, dass heute die meisten Menschen Äußerungen von sich geben, wie z.B. „Ich hab doch nichts zu verbergen“ und sich kritiklos in das ihnen vor diktierte Schicksal begeben. Auch wir hatten früher nicht immer was zu verbergen und wollten trotzdem nicht, dass bestimmte Leute unsere Gesprächsinhalte kennen. Geheimnisse teilt man nun mal nur mit Freunden und nicht mit jemandem der mit Hilfe erschlichener Informationen nur seinen eigenen Vorteil im Auge hat.

    Die Entscheidung welches Betriebssystem man nutzt ist nicht eine Frage welche von technischen, benutzerfreundlichen oder benutzerunfreundlichen Aspekten bestimmt wird. Nein es ist auch und vor allem eine Entscheidung, welche die Achtung vor meiner eigenen Persönlichkeit betrifft. Somit eben auch eine politische Entscheidung. Warum? Weil es eine Entscheidung zwischen sich ergeben und unterordnen, einem System zu dienen welches nur ein Ziel kennt, sich selbst zu erhalten und seine Macht auszubauen, oder sich seine Freiheit im Denken und seinen Entscheidungen zu bewahren, sein eigenes Leben eben zu leben.

    Wer also ein klein wenig Achtung für sich selbst übrig hat, sollte weg vom Micro[schrott] und zu Linux wechseln. Es sei denn, er legt keinen Wert darauf und lässt sich gerne von anderen Leuten ausspionieren und zusätzlich noch für dumm verkaufen, zum Sklaven machen. Das ist so, denn irgendwann kommt man aus der schleichend aufgebauten Mausefalle nicht mehr raus. Dann ist man der der Diener eines Herren und ob der es dann immer noch vermeintlich gut meint ist fraglich.

    Viel Spaß beim Nachdenken.

  2. Ich kann den Argumenten für Linux in allen Punkten zustimmen!
    Noch zu Diskettenzeiten habe ich es schon mal, ich glaube mit Suse-Linux, versucht. Arbeitsbedingt bin ich bei WINDOWS geblieben.
    Entscheidend für meinen dauerhaften Wechsel von WINDOWs zu Linux war u.a. die Selbstherrlichkeit von Microsoft, die für mich mit WINDOWS 8 besonders deutlich wurde. Völlig neues Design ohne Wahlmöglichkeit aufgedräntgt (ohne dass es für mich brauchbarer wurde) und ständiger Zwang beim Ein- oder Ausschalten des PC auf „Upadatitis“ zu warten, ohne zu wissen wie lange es dauert und was eigentlich geschieht.
    Leicht ist mir der Umstieg gefallen, weil ich auf der Suche nach einer Alternative auf Linux Mint 18 Cinnamon gestoßen bin, was mir das vertraute Menü und Desktop bot. Angeregt von der Linux-Bibel bin ich nun bei Debian, wieder mit Cinnamon-Desktop, gelandet. D. h. nicht, das ich nicht auch KDE und Gnome besichtigt habe. Mit Cinnamon habe ich gefunden, was ich brauche.
    Zwei Freunden habe ich schon Linux auf den Laptop untergemogelt, mit Firefox, Thunderbird und LibreOffice. Sie haben es fast nicht gemerkt 😉 weil sie alles benutzen konnten wie bisher.
    So wird es den meisten Normal-Nutzern gehen, Gebrauchswert geht vor Marke, Benutzen vor Installieren, Konfigurieren usw. Aber die meisten meiner Mitmenschen kennen nur WINDOWs, ist ja auch immer vorinstalliert.
    Für mich als Computer-Interessierten, also Hobbyisten statt Lobbyisten, ist auch das hinter die Oberfläche des Desktop/Betriebssystem Schauen, Lernen und Verstehen eine wertvolle Freizeitbeschäftigung. Auch dafür schätze ich die Möglichkeiten von Linux und der vielen Forengemeinschaften dazu, auch wenn ich über manche verbissene Diskussionen schmunzeln muss.
    Wirklich wertvoll und damit zu empfehlen sind für mich die Linux-Bibel-Österreich als breites Informationsangebot mit umfassender Programmvorstellung, Quellen- und Literaturhiweisen bzw. Angeboten und das Wiki von ubuntuuser.de, auf das ich bei Fragen/Suche unweigerlich stoße.
    Ob sich die Bibel auch als Frage-Antwort-Forum entwickeln wird bei der distributionsgebundenen „Konkurrenz“ und ihren Fangemeinden ist für mich noch fraglich, auch wenn ich es ihr und damit auch mir wünschen würde.

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